Künstler*in: Emile Galle’

Biographie

Emile Gallé wird 1846 in Nancy (Lothringen) geboren. Sein Vater, der Porzellanmaler Charles Gallé, ist Inhaber einer Handelsfirma für Glas und Keramik mit Veredelungswerkstätte in Nancy. Schon früh erkennt der Vater die außergewöhnliche Begabung seines Sohnes, seine Vorliebe für Literatur, Musik und die Naturwissenschaften.
Nach Schulabschluss erhält Emile Gallé Zeichenunterricht in den väterlichen Werkstätten. In Weimar studiert er von 1864 bis 1866 Architektur und Kunstgewerbe am Jäde-Stegmannschen Institut.
Um 1867 ist er als Praktikant in der Glashütte von Burgun, Schverer und Co., dem langjährigen Geschäftspartner des Vaters, in Meisenthal im Elsass tätig.
Ab 1867 arbeitet Emile Gallé als Entwerfer in dem für ihn eingerichteten Atelier in der Fayencenmanufaktur St. Clément und ist für die Neugestaltung der Dekore zuständig. Es folgen Studienaufenthalte in London und Paris.
1874 übernimmt er die künstlerische Leitung der väterlichen Firma, drei Jahre später die Gesamtleitung. Währenddessen erfolgen auch Bildungsreisen nach Italien und publizistische Tätigkeiten zu botanischen Themen bzw. zur Kunst seiner Zeit und zu seinem eigenen Werk.
1878 erfolgreiche Ausstellung eigener Entwürfe in Keramik und Glas auf der Weltausstellung in Paris mit ersten Ankäufen durch das Musée des Arts Décoratifs in Paris.
1884 werden in Nancy die Werkstätten zur Herstellung intarsierter Möbel eingerichtet. Erneut großer Erfolg seiner Keramiken und Gläser auf der Ausstellung „La pierre, le bois, la terre et le verre“ 1884 in Paris, der zu seinem endgültigen Durchbruch führt.
Zwischen 1889 und 1900 intensive Zusammenarbeit mit dem Lieferanten für Rohgläser Burgun, Schverer & Co., die durch einen Geheimvertrag geschlossen wird. Höhepunkte seiner Karriere sind seine Beiträge auf den beiden Weltausstellungen 1889 und 1900 in Paris. Emile Gallé wird mit dem „Grand Prix“ ausgezeichnet und als führender Kunsthandwerker Frankreichs vorgestellt.
Das „Genre Gallé“ wird in der Folgezeit zum Vorbild nahezu aller französischen Konkurrenten und bestimmend für den Stil des Art Nouveau in Frankreich. Erste Geschäftsvertretungen werden in Frankfurt am Main und in London eröffnet. 1901 Gründung der „Ecole de Nancy“ als Zusammenschluss der im Sinne des „Genre Gallé“ tätigen Kunsthandwerker Lothringens auf Initiative Emile Gallés.
Nach längerer Erkrankung stirbt Emile Gallé im Jahr 1904 an Leukämie. Seine Frau Henriette Gallé-Grimm übernimmt mit ihrem Schwiegersohn die Firma, die ab 1907 unter „Etablissement Gallé“ firmiert. 1931 wird der Betrieb als Folge der Weltwirtschaftskrise geschlossen.