Künstler*in: Ludwig Gies

Lebensdaten: 1887–1967

Biographie

Ludwig Gies (1887–1966) war ein deutscher Bildhauer und Medailleur, der vor allem für seine religiösen Skulpturen, Medaillen und plastischen Werke im 20. Jahrhundert bekannt ist. Er zählt zu den bedeutenden Vertretern der modernen christlichen Kunst in Deutschland.

Ludwig Gies wurde am 3. September 1887 in München geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Kunstgewerbeschule München, wo er sich auf Bildhauerei und Medaillenkunst spezialisierte. Früh machte er sich einen Namen durch expressive religiöse Werke und innovative Reliefs.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt Gies 1921 mit seinem Werk „Der Gekreuzigte“, einer expressionistischen Christusdarstellung. Das Werk wurde jedoch während der Zeit des Nazi regime als „entartete Kunst“ diffamiert, weshalb er seine Professur an der Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst verlor.
Nach dem2.WK wurde Gies rehabilitiert und erhielt 1950 eine Professur an den Kölner Werkschulen, wo er maßgeblich zur Ausbildung einer neuen Generation von Bildhauern beitrug.
Ein besonders bekanntes Werk von ihm ist der Bundesadler im Plenarsaal des Bundestages, der 1953 für das German Bundestag geschaffen wurde und heute als „Fette Henne“ bekannt ist, aber auch verändert wurde.
Ludwig Gies starb am 27. Januar 1966 in Köln.

Laufbahn;

1902 Beginn der Ausbildung zum Metalltreiber und Ziseleur in München; Kontakt mit Richard Riemerschmid
1902–1904 Besuch der Städtischen Gewerbeschule Luisenstraße, München
1904–1907 Besuch der Königlichen Kunstgewerbeschule, München
1906 Gesellenprüfung; Tätigkeit als Medailleur
1908 Immatrikulation an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste,
1912 Freischaffender Bildhauer in München
1913 Mitglied des Deutschen Werkbundes
1914–1918 Arbeitseinsatz in der Passauer Munitionsfabrik Lindner
1918 Lehrer für Stempelschneiden an der Unterrichtseinheit des Kunstgewerbemuseums, Berlin

1921 Ernennung zum Professor an der Unterrichtseinheit des Kunstgewerbemuseums, Berlin
1924 Professor für Dekorative Plastik an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst, Berlin
1931 Berufung in die Preußische Akademie der Künste, Berlin
1933 Nationalsozialistische Angriffe gegen seine Lehrtätigkeit; Aufforderung zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste
1936 Beurlaubung vom Lehramt
1937 Entlassung aus dem Lehramt; Ausschluss aus der Preußischen Akademie der Künste; Verfemung als „Entarteter Künstler“
1940 Zerstörung des Ateliers in Berlin-Lichterfelde
1945 Wiederaufnahme in die Preußische Akademie der Künste, Berlin
1950–1962 Professor an den Kölner Werkschulen
1953 Ehrenmitglied der Akademie der Künste, München
1954 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
1954–1955 „Adler“ für den Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn
1955 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildhauerei
1957 Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
1959 Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf
1962 Ende der Lehrtätigkeit an den Kölner Werkschulen
1965 Stecher-Medaille der Stadt Köln