Künstler*in: Charlotte Hartmann

Lebensdaten: 1898–1982

Geburtstag: *1898, Berlin, Deutschland

Todestag: †1982, Lemgo, Deutschland

Nationalität: Deutsche

Geschlecht: Weiblich

Funktion: Keramikerin

Biographie

Charlotte Hartmann hat die für eine höhere Tochter damals durchaus typische Ausbildung gemacht. Während des 1. Weltkrieges von 1916 - 1918 Ausbildung zur Zeichenlehrerin an der Königlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin, danach Anschlussstudium an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums auch in Berlin.
Nachdem in Velten die gewöhnliche Keramikproduktion auf Initiative von Harkort viel stärker den Einflüssen der modernen Kunstrichtungen unterworfen werden sollte, wurde sie im Jahre 1919 auf Empfehlung ihres Lehrers Prof. Böhm in Velten Leiterin der Kunstabteilung. Sie war dort von 1919 bis 1924 Leiterin der Malabteilung und leitete die MalerInnen an, machte aber auch selbst viele Entwürfe, von denen ihr bekanntestes das Service Velten ist, das in vielen Varianten bis zum Ende der Steingutfabrik 1931 weiter produziert wurde und auch in den HB Werkstätten ab 1934 weiterlief. Ihr Dekor auf diesem Geschirr war der Paradiesgarten. Charlotte Hartmann-Solle – eine durchaus bedeutende, aber heute weniger bekannte Gestalterin der 1920er Jahre.

Sie war nicht „nur“ Keramikerin im handwerklichen Sinne, sondern vor allem Designerinnenfigur zwischen Kunst und Industrie.
Sie leitete zeitweise bis zu 80 Keramikmalerinnen
War also auch organisatorisch und pädagogisch wichtig
Eine der frühen weiblichen Führungskräfte in der Designindustrie

Freihandmalerei statt Schablonen → jedes Stück ist leicht individuell ausgeführt worden.
Ein berühmtes Beispiel ist das sogenannte „Paradiesgarten“-Dekor, das in den 1920ern sehr populär war.
Ihre Arbeiten passen damit gut in den Kontext von:
Bauhaus-Ideen
Deutschem Werkbund und
einer industrialisierte Kunstproduktion

S

(Werner Steinecke, Bocholt)

Anzahl Werke: 39