Künstler*in: Reni Schaschl
Lebensdaten: 1895–1979
Reni Schaschl (* 26. April 1895 in Pula (Istrien), Österreich-Ungarn; † 28. Mai 1979 in Wien) war eine österreichische Kunsthandwerkerin, Grafikerin, Textildesignerin, Glaskünstlerin, Keramikerin und Mitglied der Künstlergemeinschaft der Wiener Werkstätte.
Irene Schaschl wurde in Pula geboren. Nach Abschluss der schulischen Ausbildung begann Reni Schaschl 1912 ein Studium an der Kunstgewerbeschule Wien. Zu ihren Lehrern zählten der Maler Adolf Boehm und der Architekt Oskar Strnad. 1914 wechselte sie in die Klasse von Eduard Leisching und Rudolf von Larisch, um die Fächer Kultur- und Kunstgeschichte sowie Typografie und Heraldik zu belegen. Sie setzte im folgenden Jahr ihre Studien bei Josef Hoffmann in Architektur fort. Im letzten Studienjahr an der Kunstgewerbeschule fertigte sie zahlreiche Entwürfe für Stoffe und Keramiken an
Nach dem Studienabschluss arbeitete Reni Schaschl als Künstlerin in der Künstlerwerkstätte in der Wiener Döblergasse 4 und fertigte Entwürfe für Stoffe, Spitzen, Leder- und Elfenbeinarbeiten, Serienkeramiken, Gläser, Gebrauchsgrafik, Spanschachteln und Christbaumschmuck, die seit 1917 über die Wiener Werkstätte vertrieben wurden.[2] Sie entwickelte sich neben Vally Wiesenthier zu einer der produktivsten Keramikerinnen der Wiener Werkstätte. Allein im Musterbuch von November 1920 bis Juni 1921 sind 54 Entwürfe von Reni Schaschl für Originalkeramiken dokumentiert. 1918 wurde sie von Josef Hoffmann beauftragt, gemeinsam mit Hilda Jesser und Felice Rix die Wand- und Deckengestaltung der neuen Verkaufsfiliale der Wiener Werkstätten in der Kärntner Straße 32 zu übernehmen.
(Werner Steinecke, Bocholt)