Maler*in (Ausführung): Joris van der Haagen (1615–1669)
Beschreibender Titel: Die Stadt Kleve vom Mühlenberg aus
Datierung: um 1660 (Herstellung)
Eigentümer*in: Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., Kleve
Typ: Kunstwerk
Gattung: Gemälde
Inventar Nr.: 2025-III-04
Zugangs-/Erwerbungsdatum: 01.02.2025
Das Gemälde gibt einen panoramaartigen Blick auf die Residenzstadt Kleve um 1660, als der brandenburgische Statthalter Johann Moritz diese durch seine Bauten und Parkanlagen in eine prachtvolle Barockresidenz verwandelt hatte. Immer wieder hielt sich in dieser Zeit Kurfürst Friedrich Wilhelm IV. von Brandenburg mit seiner Familie in Kleve auf und führte dort einen illustren Hofstaat.
In der weiträumig dargestellten Landschaft blickt der Maler vom sogenannten Mühlenberg im neuen Tiergarten aus auf die Stadt Kleve und Kalkar sowie den Monterberg. In der Bildmitte erhebt sich die Heideberger Mühle, links davon erkennt man die Burg und die Stadt Kleve. Die Burg ist noch vor dem barocken Umbau 1665–1667 durch den Architekten Pieter Post dargestellt. Rechts vor den Toren der Stadt sind die bekannte, mehrstufig geschnittene Linde sowie das be-nachbarte Melatenhaus dargestellt.
Joris van der Haagen wurde in Arnheim geboren und war ein Schüler seines Vaters, Abraham van der Haagen. Nach dem Tod seines Vaters wechselte er nach Den Haag, wo er eine wichtige Rolle im Künstlerleben der Stadt einnahm. 1643 wurde er dort Mitglied der St. Lukasgilde, 1656 war er einer der Gründer der bis heute bestehenden „Confrerie Pictura“.
Van der Haagen ist für seine weiträumigen Landschaften berühmt, die vor allem Städte im Osten der Niederlande zum Thema haben. Seine Werke befinden sich in fast allen großen europäischen Museen wie z.B. im Rijksmuseum Amsterdam, dem Mauritshuis in Den Haag, der National Gallery in London.
Van der Haagen schuf mehrere Gemälde, die Kleve zum Thema haben. Im Rijksmuseum Amsterdam befindet sich zwei Arbeiten mit klevischen Motiven von van der Haagen: In der graphischen Sammlung eine 1661 datierte Kreidezeichnung (Inv.-Nr. RP-T-1898-A-1950) mit einer Darstellung der Stadt Kleve vom Kermisdahl aus, die als Vorlage für ein Gemälde diente, das sich ebenfalls im Rijksmuseum Amsterdam (Inv.-Nr. C-138) befindet.
Von der hier beschriebenen Ansicht von Kleve gibt es eine großformatige Variante und zwar im Rijksmuseum Twenthe in Enschede („Ansicht von Kleve von Westen“, Öl auf Leinwand, 147 x 192,5 cm, Inv.-Nr. 0072). In diesem Gemälde entspricht der Vordergrund nicht der Landschaft bei Kleve und erscheint die identische Ansicht von Kleve als Versatzstück, als Capriccio. Die Zeichnung, die als Vorlage für beide Bilder diente, befindet sich im Le musée d’Art et d’Histoire de Cognac in Frankreich.
- De schilders van der Haagen en hun werk. Met catalogus van de schilderijen en teekeningen van Joris van der Haagen, Mr. J.K. van der Haagen-, Voorburg 1932, Nr. 149
- Rijksmuseum Twenthe Enschede - Catalogus van Schilderijen, O. Ter Kuile, Enschede 1974, S. 52, Nr. 85
- Heinrich Dattenberg, Niederrheinansichten holländischer Künstler des 17. Jahrhunderts, Düsseldorf 1967: Die Kunstdenkmäler des Rheinlands - Beiheft 10, S. 194, Nr. 200
- Gorissen, Friedrich: Conspectus Cliviae. Eine rheinische Residenzstadt in der niederländischen Kunst des siebzehnten Jahrhunderts, hrsg. mit Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland, Kleve 1964, Nr. 41
- Der Himmel so weit / De hemel zo wijd - Landschaftsdarstellungen der Niederrheinlande, Bedburg-Hau, Museum Schloss Moyland / Bielefeld: Kerber 2014, S. 141, Nr. 043
- More Than Ever! The Collection, Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve, 26.10.2025 - 01.03.2026
Datierung: 1649 (nachträglich falsch bezeichnet unten rechts)