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Maler*in (Ausführung): Frédéric de Moucheron (1633–1686)

Beschreibender Titel: Blick auf die Schwanenburg in Kleve und die Rheinniederung

Datierung: um 1660–1680 (Herstellung)

Eigentümer*in: Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., Kleve

Typ: Kunstwerk

Gattung: Gemälde

Inventar Nr.: 2025-III-15

Zugangs-/Erwerbungsdatum: 01.02.2025

Objektbeschreibung

Den Betrachtenden hin öffnet sich ein imposantes Panorama der Stadt Kleve, das auf der linken Bildhälfte von imposanten Gebäuden eingenommen ist. Den linken Bildrand nimmt der sogenannte Palantsturm ein, ein mittelalterlicher Turm der alten Stadtmauer zu Kleve, der zwischen 1647 und 1670 dem brandenburgischen Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen als Residenz mit eindrucksvollem Ausblick auf die Stadt Kleve und die Rheinebene diente.

Nach rechts hin öffnet sich das Gebäudeensemble der Schwanenburg mit Johannesturm, Schwanenturm und Rittersaal. Unterhalb der Burg breitet sich die Klever Unterstadt am Kermisdahl, einem ehemaligen Rheinarm, aus. Im Hintergrund erstreckt sich die Rheinebene mit der künstlerisch frei überhöhten Kuppel des Eltenbergs. Die Szenerie wird von einem abendlichen Wolkenhimmel überragt.

Unterhalb des Palantsturms hält ein Reiter vor einer sitzenden Person, die vermutlich den Maler darstellt. Der zur Landschaft hingewandte Mann hält einen Zeichenblock auf dem Schoß. Beide Personen sind offensichtlich in ein anregendes Gespräch vertieft.

Im Mittelgrund erkennt man heute nicht mehr existente architektonische Details wie das Wassertor mit der Holzbrücke und das Brücktor mit der mittelalterlichen Steinbrücke.

Die Darstellung der Schwanenburg geht auf eine Skizze zurück, die Frédéric de Moucheron vor Ort in Kleve schuf, bevor die Schwanenburg im barocken Stil 1665–1667 umgebaut wurde. Es wird angenommen, dass Frédéric de Moucheron Kleve im Zuge einer Rheinreise besuchte und die Skizze dabei bei einem Zwischenstopp anfertigte. Sie blieb in seinem Atelier in Amsterdam und wurde später, so wird vermutet, von seinem Sohn Isaac de Moucheron (1667–1747) für mehrere untereinander vergleichbare Gemälde adaptiert.

Alle Bilder zeigen den Blick auf die Unterstadt und den Eltenberg und besitzen eine italianisante Stimmung, wodurch die Urheberschaft Isaac de Moucheron zugeschrieben wird, der dafür bekannt war.

Isaac de Moucheron hat verschiedene Exemplare gemalt und dabei jeweils die Staffage variiert. Einmal hat er sogar eine Szene mit Hirtin und ihrer Ziege hinzugefügt. Weitere Varianten des Gemäldes befindet sich in den Sammlungen des Staatlichen Museums Schwerin, in der Kunsthalle Karlsruhe, in der Hunterian Art Gallery, Glasgow, im Wiener Kunsthandel sowie in Privatbesitz.

Das Motiv stammt aus der Mitte des 17. Jahrhundert, aus der Zeit von Johann Moritz von Nassau-Siegen, der von 1648 bis 1666 zahlreiche niederländische Künstler an seinem Hof beschäftigte. Das Motiv der brandenburgischen Residenzstadt Kleve war noch im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert sehr beliebt, viele Künstler haben Ansichten gemalt oder gestochen.

Literatur
  • Heinrich Dattenberg, Niederrheinansichten holländischer Künstler des 17. Jahrhunderts, Düsseldorf 1967: Die Kunstdenkmäler des Rheinlands - Beiheft 10, S. 260-263, 314-315, Nr. 286-288, 347
  • Gorissen, Friedrich: Conspectus Cliviae. Eine rheinische Residenzstadt in der niederländischen Kunst des siebzehnten Jahrhunderts, hrsg. mit Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland, Kleve 1964, Nr. 89, 90
  • Der Himmel so weit / De hemel zo wijd - Landschaftsdarstellungen der Niederrheinlande, Bedburg-Hau, Museum Schloss Moyland / Bielefeld: Kerber 2014, S. 140, Nr. 086
Ausstellungen
  • More Than Ever! The Collection, Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve, 26.10.2025 - 01.03.2026
Material/Technik:
Maße:
Bildmaß 90,8 x 113,7 cm
Geographischer Bezug:
Kleve (Dargestellter Ort)
Kleve (Standort)
Creditline:
Museum Kurhaus Kleve – Dauerleihgabe des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW
Kontakt:
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