Photograph*in (Ausführung): Elsbeth Köster (1894–1974)
Beschreibender Titel: Bellender Rauhaardackel, dessen Frauchen die Sängerin Alice Schuster (1893–1982) und die Pianistin Else C. Kraus (1899–1978) sind
Datierung: um 1930 (?) (Herstellung)
Eigentümer*in: Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., Kleve
Typ: Kunstwerk
Gattung: Photographie
Inventar Nr.: 2025-VII-II (10)
Zugangs-/Erwerbungsdatum: Juli 2025
Dargestellt ist hier ein Rauhaardackel, der der Sängerin Alice Schuster (1893–1982) und der Pianistin Else C. Kraus (1899–1978) gehörte.
Alice Schuster war die einzige Tochter von Marie Schuster-Hiby (1867–1949), einer Industriellentochter und Kunstsammlerin, die 1921–1924 durch den renommierten Architekten Otto Bartning die avantgardistische Villa „Haus Wylerberg“ errichten hat lassen. Dort lebten ihre Tochter und ihre langjährige Lebensgefährtin mit ihr und ihren Hunden. Die illustre Frauengemeinschaft führte – zumindest bis zum Ausbruch des Krieges – ein inspirierendes Boheme-Leben mit Künstlern und Musik.
Männer spielten im Haushalt Schuster-Kraus eine untergeordnete Rolle. Mutter Marie Schuster-Hibys Ehemann Heinrich Schuster war bereits 1921 verstorben; Tochter Alice Schuster war homosexuell und liebte Frauen. Eine männliche Autoritätsperson existierte nicht. Dadurch entwickelten die Hausherrinnen ein Faible für Hunde (die dadurch beispielsweise mit der zeitgleich lebenden Peggy Guggenheim in einen Vergleich gesetzt werden können, die wiederum für die Liebe zu ihren Lhasa-Hunden bekannt war, mit denen sie sich sogar gemeinsam begraben ließ). Während Marie Schuster-Hiby Gefallen an Schäferhunden hatte (wie es einer Schwarzweißaufnahme von Willy Maywald aus dem Jahr 1946–1949 zu entnehmen ist, auf der sie sich neben einem imposanten Exemplar dieser Rasse photographieren ließ), galt die Vorliebe der jüngeren Frauen eher dem zwar kleineren, aber drahtigen und nicht minder lebendigen Rauhaardackel.
Hier dargestellt ist imposantes Exemplar dieser Rasse, das von seinem Wesen her für seine Treue und Ausgeglichenheit, aber auch für seinen starken Willen, seine Beharrlichkeit und seinen Mut bekannt ist. Rauhaardackel entwickeln enge Beziehungen zu ihren Eigentümer*innen, wie es der ersten Photographie mit Alice Schuster (siehe „Verknüpfte Objekte“) aus diesem Konvolut von Elsbeth Köster zu entnehmen ist.
Das hier dargestellte Exemplar des Dackels scheint auf einem Gartenstuhl oder einer Gartenbank zu sitzen, eine entsprechende Lehne ist im Hintergrund zu sehen. Der Hund bellt und streckt dafür den Kopf weit nach oben. Die Szenerie befindet sich in einem Garten, vermutlich rund um die Villa „Haus Wylerberg“.
Gemäß des Haarkleids handelt es sich um einen anderen Rauhaardackel, als ihn Else C. Kraus auf den weiteren Photos aus diesem Konvolut von Elsbeth Köster in Kombination zeigt (die in Sylt entstanden sind; siehe „Verknüpfte Objekte“). Es darf daher davon ausgegangen werden, dass die Frauen mehrere Dackel besaßen, womöglich sogar über einen längeren Zeitraum hinweg.
Passepartoutmaße 160 x 160 mm