Bildhauer*in (Ausführung): Lothar Fischer (1933–2004)

Künstlertitel: Kleiner Tierschädel II.

Datierung: 1983 (Herstellung)

Eigentümer*in: Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., Kleve

Typ: Kunstwerk

Gattung: Plastik / Skulptur

Inventar Nr.: 2016-VIII-CCXCVII

Zugangs-/Erwerbungsdatum: 2015

Katalogtext

Der weit verbreiteten Ansicht, das Thema „Figur“ sei bereits umfassend behandelt worden und könne kaum mehr eine tragfähige Basis für wahrhaft zeitgenössische Kunst bieten, hält Lothar Fischer selbstbewusst entgegen: „Figur“ kann immer gemacht werden.’ Mit großer Energie und Erfindungskraft hat er dieses Thema denn auch seit den fünfziger Jahren in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt. Aus immer neuen Richtungen versucht er sich ihm zu nähern: Die Kunst der Archaik und des Mittelalters, die Artefakte der Naturvölker und die Plastik eines Jean Dubuffet oder Henry Moore – sie alle hat Fischer kritisch befragt, um zu einer Konzeption zu gelangen, bei der figürliches Bilden nicht vorschnell mit Abbilden verwechselt wird.
Idolhaft wachsen männliche und weibliche Figuren auf schmalen Sockeln vor dem Betrachter auf; urtümlich ist die Ausstrahlung der ebenso sehr organisch wie konstruktiv wirkenden weiblichen Torsi mit ihren weit sich öffnenden Schenkeln. Aber Lothar Fischer liegt es fern, Mystik oder Magie zu inszenieren – mit diesem ‘ganzen inhaltlichen Nebel’ will er nichts zu tun haben. Sein Interesse gilt den klaren Ordnungen (das Wort ‘Ornament’ hat nach seiner Auffassung zwei etymologische Wurzeln: ‘ornare’ – ‘schmücken’ und ‘ordinare’ – ‘ordnen’); er verfolgt gestalterische Grundsätze, die denen der Musik verwandt sind: ‘Dort geht es um Proportionen, Rhythmen, Linien, Takte, Pausen, Variationen. Prinzipien der Gestaltung sind z.B. die Variation oder die kontrapunktische Linienführung. In der bildenden Kunst ist das genauso.´

Aus: Guido de Werd und Roland Mönig: „Kleinplastiken des 20. Jahrhunderts“
Museum Kurhaus Kleve, 1998 S. 86

Literatur
  • Kat. d. Ausst. „Kleinplastik des 20. Jahrhunderts“, bearb. v. Guido de Werd u. Roland Mönig, hrsg. v. Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus e.V. aus Anlass der Ausstellung „Von Rodin bis Trockel – Kleinplastiken aus der Nationalgalerie Berlin und aus einer rheinischen Privatsammlung“ im Museum Kurhaus Kleve (10. Mai – 23. August 1998), Kleve 1998, S. 88, Nr. 117
Material/Technik:
Maße:
Objektmaß 8 x 33 x 11 cm
Signatur/Beschriftung:
Signatur: LOTHAR FISCHER / 1983 / EA (bez. auf der Rückseite des Kopfes)
Geographischer Bezug:
Kleve (Standort)
Creditline:
Museum Kurhaus Kleve – Dauerleihgabe des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., Kleve, Deutschland; Vermächtnis Rose und Gustav Wörner, Wuppertal
Copyright:
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Kontakt:
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