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Zeichner*in und Kupferstecher*in (Ausführung): Hendrick Goltzius (1558 - 1617)

in der Manier von (nach): Lucas van Leyden (1494–1533)

Historischer Titel: Das Abendmahl, aus: Die Passion, Blatt 1 aus einer Folge von 12 Kupferstichen

Datierung: 1598 (Herstellung)

Museum: Museum Kurhaus Kleve

Typ: Kunstwerk

Gattung: Graphik

Inventar Nr.: Hauptverz.-Nr. 0390

Beschreibung

„Das letzte Abendmahl“ ist das erste Blatt der Stichfolge, das Christus mit seinen zwölf Aposteln beim letzten Mahl vor der Kreuzigung zeigt. Selbst Judas Ischariot, der in Kürze für 30 Silberstücke den Verrat an ihm begeht, ist dargestellt, rechts außen am Tisch, mit Lockenkopf und seiner Linken unter dem Tisch am Geldbeutel. Die abendliche Stunde wird durch eine Kerze im Bildzentrum angezeigt, eine weitere im Hintergrund des Tisches, die – zusammen mit dem göttlichen Licht um Jesu’ Haupt – die Szenerie in atmosphärisches Licht tauchen. Es herrscht ein buntes Gewimmel rund um den Tisch, dessen Zentrum Jesus Christus bildet. Mit Hingabe verteilt er das Brot an seine Jünger. An seiner Brust lehnt, zum Betrachter hingewandt und kontemplativ versunken, sein Lieblingsjünger Johannes. Das Mahl ist karg, auf dem Tisch sind lediglich Brote zu sehen. Ob die reich bedeckte Platte, die ein Diener im Hintergrund eilig trägt, je den Tisch erreichen wird, ist ungewiss (obgleich es auch Abendmahlsdarstellungen mit reich gedeckten Tafeln gibt, mitunter sogar mit landestypischen Spezialitäten). Doch der Laune der Jünger tut die ärmliche Bewirtung keinen Abbruch. Munter unterhalten sie sich untereinander, mehrere Zweiergruppen zur Konversation sind zu erkennen. Ein Apostel im linken Vordergrund greift mit seiner Hand nach dem Griff eines Deckelkruges am Boden. In der Ecke rechts befindet sich ein Korb, über dessen linken Rand ein zusammengefaltetes Tuch liegt. Von dieser Szene führen im Bildhintergrund einige Stufen zu einem höher gelegenen, von einer burgartigen Architektur umgebenen Hof.

Neben dem „Marienleben“ gehört „Die Passion“ zu den bekanntesten Stichfolgen von Goltzius mit religiösem Inhalt. Mit ihr thematisiert er den Leidensweg Jesu Christi und richtet sich mit der Wahl der Motivfolge gezielt an überkonfessionelle Adressaten. War unter dem spanischen König Philipp II nur der Katholizismus als Glaubensbekenntnis anerkannt, durften nach der Einführung eines „vorläufigen“ Religionsfriedens neben Katholiken auch kurzfristig Reformierte und Lutheraner ihre Religion frei wählen (in Antwerpen zumindest bis 1585; in Haarlem, wo sich Goltzius ab 1582 als Verleger etablierte, blieben die Reformierten auch über den Religionsfrieden hinaus an der Macht). Mit der Wahl der Passionsgeschichte, die sowohl unter Katholiken als auch Protestanten eine hohe Bedeutung genoss und zudem zu Goltzius Lebzeiten eine hohe Popularität besaß, sprach er bewusst einen breiten Kundenstamm an. Gewidmet hat er die zwölfteilige Serie Kardinal Federico Borromeo (1564-1631), einem – und dies war ein Novum – christliche Kunst fördernden Erzbischof in Mailand, der eine einflussreiche Persönlichkeit der Gegenreformation war. Eine dementsprechend deutlich sichtbare Kartusche mit Widmung ist im ersten Blatt der Folge angebracht, „Dem letzten Abendmahl“.
Der Stil der zwölfteiligen Serie entspricht dem Œuvre des Lucas van Leyden. Auch Einflüsse von Dürers Passionszyklus sind sichtbar. Während Goltzius’ Schaffen üblicherweise eine eher dramatischere Strichführung auszeichnet, die um Figuren und Hintergründe anschwillt, konzentriert er sich bei den vorliegenden Blättern auf ungewöhnlich dünne Linien, die er zu langen und geraden Schraffuren zusammenführt – ein Vorgehen, das sich auch bei van Leyden finden lässt. Obwohl Goltzius abermals versucht, sich mit den großen graphischen Künstlern seiner Zeit zu messen, sie vielmehr in Perfektion und Raffinesse zu übertreffen, darf nicht unerwähnt bleiben, dass er vor allem für van Leyden eine große Begeisterung pflegte. Für eine hohe Summe hatte er sogar ein Gemälde des Altmeisters erworben, „Die Heilung des Blinden von Jericho“ (1531); ebenso besaß er ein Glasbild, das dem Künstler zugeschrieben war und das er von Jan Saenredam eigens gravieren ließ.

Literatur
  • Otto Hirschmann, Verzeichnis des graphischen Werks von Hendrick Goltzius 1558-1617, zweite Auflage, Braunschweig: Klinkhardt & Biermann 1976, Nr. 21
  • Kat. d. Ausst. „Hendrick Goltzius & Pia Fries: Proteus & Polymorphia“, Bestandskatalog der Kupferstiche von Hendrick Goltzius im Museum Kurhaus Kleve, bearb. v. Valentina Vlašić, hrsg. v. Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. aus Anlass der gleichnamigen Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve (8. Oktober 2017 – 11. Februar 2018), Kleve 2017
Material/Technik:
Kupferstich
Maße:
Bildmaß 197 x 131 mm
Blattmaß 204 x 135 mm
Signatur/Beschriftung:
Signatur: HG (bez. u.l. auf der Brüstung von einem Teller)
Beschriftung: Cum privil. Sa. Cae. M. (bez. u.l.)
Datierung: A° 1598 (bez. auf einem Täfelchen r. über den Köpfen der Apostel)
Nummerierung: 1 (bez. u.l. in der Ecke)
Beschriftung: (1) Illmo Reverendissimoq3 Dno … (5) … atq3 amoris testimonium D.D. (bez. o.M. auf einer Kartusche in fünf Zeilen)
Geographischer Bezug:
Haarlem (Entstehungsort)
Kleve (Standort)
Status:
Depot
Creditline:
Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve, Deutschland
Kontakt:
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