Bildhauer*in (Ausführung): Ewald Mataré (1887–1965)

Beschreibender Titel: Eule

Datierung: 1936 (Herstellung)

Eigentümer*in: Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve

Typ: Kunstwerk

Gattung: Plastik / Skulptur

Inventar Nr.: 2021-12-03 (032)

Werkverzeichnis Nr. (alt): WV P 121

Zugangs-/Erwerbungsdatum: 01.12.2021

Katalogtext

1935 reicht Ewald Mataré ein Brunnenmodell aus Ton ein, das im Vorhof der damaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Düsseldorf (heute „Max- Planck-Gesellschaft“) realisiert werden soll. Bestandteil des Entwurfs ist eine Eule, die starr auf dem Kapitell einer Säule sitzt und über den Brunnen wacht. Der Entwurf wurde wegen zu hoher Herstellungskosten nie realisiert.

In seinem Tagebuch vermerkt Mataré: „Ich arbeite nun im Atelier an Entwürfen für eine Platzgestaltung mit einem Brunnen, der von mir vorgeschlagen wurde. […] Einen Eckpfeiler, der eine Mauer abschließen soll, hinter der die Rasenfläche liegt, will ich mit einer Eule schmücken, dem Sinnbild der Weisheit, und zwar soll sie geschützt zurückgezogen sitzen, so dass ich also eine kastenartige Umrahmung brauche. Zuerst dachte ich an eine Art Tempelchen, nun aber glaube ich, dass ich besser einen Baum stilistisch darstelle, unter dessen Blätterkrone die Eule sitzt. Nur muss das steinmäßig gemacht werden. …“

Es ist anzunehmen, dass die Eule in Bronze in Zusammenhang mit diesem Brunnenentwurf steht. Möglicherweise entstand sie im Auftrag von Rechtsanwalt Dr. Josef Geller (Aachen 1873 – 1954 Neuss), der ein bedeutender Sammler war und sich zusammen mit seinem Bruder, dem Geistlichen Johannes Geller, für die Kunst der Gegenwart in Neuss eingesetzt hat. Die Eule aus dem Besitz von Dr. Geller gelangte nach seinem Tod über die Galerie Dr. Großhennig, Düsseldorf, in Privatbesitz und befindet sich zurzeit (2010) im Kunsthandel.

Matarés Eule erscheint als die menschlich-strenge Hüterin des Wissens. Ihr Blick ist starr, ihre Augen rund wie Knöpfe und ihre Mundwinkel sind wie abfällig blickend leicht nach unten gezogen. Den martialischen Blick unterstreichen der kleine spitze Schnabel und die im Stil gerümpfter Augenbrauen zackig nach oben gezogenen Kopffedern. Die Eule sitzt als Patronin der Weisheit auf einer Schriftrolle, die über eine Säule gelegt ist. Flügel- und Schwanzfedern sind durch geschwungene eingekerbte Linien angedeutet.

Literatur
  • Werkverzeichnis „Ewald Mataré – Das plastische Werk“, bearb. v. Sabine Maja Schilling, Köln 1987, S. 181, Abb. S. 181, Nr. 121
Ausstellungen
  • Ewald Mataré: KOSMOS, Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve, 27.10.2024 - 09.03.2025
  • Präsentation der Ewald Mataré–Sammlung, Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve, 10.03.2025 - 30.06.2025
Medien
Podcast zwischen Tiergartenleiter Martin Polotzek & Museumsdirektor Harald Kunde
Maße:
Objektmaß 33,3 x 13,5 x 13,5 cm (Körper)
Objektmaß 13,7 x 15,5 x 13,3 cm (Füße)
Geographischer Bezug:
Kleve (Standort)
Creditline:
Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Schenkung Guido de Werd 2021 aus dem Nachlass Sonja Mataré (1926–2020)
Copyright:
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Kontakt:
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