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Inventor*in und Stecher*in (Ausführung): Hendrick Goltzius (1558 - 1617)

Dichter*in (Mitarbeit): Cornelius Schonaeus (1540–1611)

Historischer Titel: Venus, Blatt 2 aus: Drei Göttinnen, Folge von drei Blättern

Datierung: 1596 (Herstellung)

Museum: Museum Kurhaus Kleve

Typ: Kunstwerk

Gattung: Graphik

Inventar Nr.: SAK 2807

Beschreibung

Bei der vorliegenden Stichfolge sind opulente, regelrecht aufsehenerregende Blätter zu sehen, die das meisterliche Können von Goltzius veranschaulichen. Alle thematisierten drei Göttinnen (Minerva, Venus und Juno) werden von dem Künstler majestätisch auf Wolken thronend und in ein Oval platziert präsentiert, in dessen Ecken zahlreiche, zum Teil sehr kostbare Attribute untergebracht sind. Die Thematisierung dieser drei Göttinnen ruft beim Betrachter zwangsläufig die Geschichte des „Parisurteils“ in Erinnerung:

Der Jüngling Paris war aufgefordert, unter den drei Göttinnen Minerva, Venus und Juno die schönste zu wählen, wonach er sich schließlich für Venus entschied. Goltzius hingegen verzichtet auf den männlichen Protagonisten, übernimmt jedoch gewissermaßen die Rolle des Merkur, der die Göttinnen Paris präsentierte. So findet sich der Betrachter unvermittelt in der schwierigen Position des scheinbar abwesenden Jünglings wieder, der aufgefordert ist, die Schönste zu wählen.

Diese Stichfolge ist eine der ersten, die mit dem 1595 verliehenen Privileg von Kaiser Rudolf II. entstanden ist, das einen nichtautorisierten Nachdruck dieser Blätter verbot. Goltzius widmete sie Anton Barvitius (um 1555 - 1620), einem engen Vertrauten des Kaisers, der Hofrat und Sekretär des Geheimen Rates war und dadurch womöglich an der Gewährung des Privilegs an den Künstler beteiligt war.

Die hier dargestellte „Venus“ ist ursprünglich die römische Göttin der Gartenfruchtbarkeit, erst später wurde sie mit der griechischen „Aphrodite“, der Göttin der Liebe und des erotischen Verlangens, gleichgesetzt. Die Attribute, mit denen sie in der Kunst und Literatur oft abgebildet wird, sind die Myrte und die Taube. Eben diese Tauben schnäbeln auch als Zeichen der Liebe
und des gegenseitigen Wohlwollens auf Goltzius’ Kupferstich. Venus räkelt sich neben ihnen unsagbar kokett auf einem langgestreckten Tuch, sich ihrer Nacktheit, die lediglich durch einen Zipfel über ihre Scham und ein Band unter ihrer Brust unterbrochen wird, bewusst. In ihrer rechten Hand, mit der sie sich abstützt, hält sie Blumen, ihre linke hat sie um einen kleinen Amorknaben gelegt, der ihr wie im aufreizenden Liebesspiel einen Pfeil an die Brust setzt, so, als wolle er ihr Herz durchbohren.

In den oberen Ecken sind diese bereits zu sehen: flammende Herzen, die von Pfeilen durchbohrt sind. In den unteren Ecken sind Artischocken und Milchstern zu sehen, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Der Blick, den Venus dem Knaben zuwirft, ist vielsagend – und von Goltzius nie wieder davor und danach je wieder derart bravourös umgesetzt. Im Hintergrund sieht man Venus, deren Wagen von Schwänen gezogen wird, sowie unter den Wolken, als ihr von Paris der goldene Apfel als schönste der drei Göttinnen überreicht wird.

Literatur
  • Auswahl- / Bestandskatalog „Mein Rasierspiegel – Von Holthuys bis Beuys“, hrsg. v. Guido de Werd im Auftrag des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. aus Anlass der gleichnamigen Abschiedsausstellung des scheidenden Gründungsdirektors Guido de Werd im Museum Kurhaus Kleve (9. September 2012 – 13. Januar 2013), Kleve 2012, S. 526, Abb. S. 467, Nr. 6.46
  • Otto Hirschmann, Verzeichnis des graphischen Werks von Hendrick Goltzius 1558-1617, zweite Auflage, Braunschweig: Klinkhardt & Biermann 1976, Nr. 140
  • Kat. d. Ausst. „Hendrick Goltzius & Pia Fries: Proteus & Polymorphia“, bearb. v. Valentina Vlašić, hrsg. v. Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. aus Anlass der gleichnamigen Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve (8. Oktober 2017 – 11. Februar 2018), Kleve 2017, S. 122, Abb. S. 123, Nr. III.24B
  • Kat. d. Ausst. „Der Niederrhein. Zeichnungen, Druckgraphik und Bücher aus der Sammlung Robert Angerhausen“, Städtisches Museum Haus Koekkoek (4. April – 30. Mai 1993), bearb. v. Ursula Geißelbrecht-Capecki, hrsg. v. Städtischen Museum Haus Koekkoek, Kleve 1993
Ausstellungen
  • Kunst des Mittelalters und des Barock rund um den Katharina von Kleve-Saal im Gebäudeteil Friedrich-Wilhelm-Bad, Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve, 09.09.2021
  • Der nackte Körper – Eine Frage der Perspektive / The Naked Body – A Matter of Perspective, Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve, 26.11.2021 - 16.01.2022
Material/Technik:
Kupferstich auf Papier, I. Zustand
Maße:
Bildmaß 321 x 253 mm (aufgeklebt, ohne Rand)
Blattmaß 338 x 253 mm
Signatur/Beschriftung:
Signatur: HG (bez. u.M. im Oval)
Beschriftung: Immenso nostrum spectatur numen in orbe … (bez. u.M.)
Nummerierung: 2 (bez. u.r.)
Geographischer Bezug:
Haarlem (Entstehungsort)
Kleve (Standort)
Status:
Ausstellung
Creditline:
Museum Kurhaus Kleve – Sammlung Robert Angerhausen, Kleve, Deutschland
Kontakt:
Bei Fragen, Anregungen oder Informationen zu diesem Objekt schreiben Sie bitte eine E-Mail mit diesem Weblink an sammlung [​at​] mkk.art.

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