Dichter*in (Ausführung): Adriaen Valéry (um 1570 oder 1575–1625)
Maler*in (nach): Adriaen Pietersz. van de Venne (1589–1662)
Stecher*in (Ausführung): Pieter Serwouters (1586–1657)
Beschreibender Titel: Der Waffenstillstand
Historischer Titel: Nederlandsche Gedenck-klanck, kortlick openbarende de voornaemste geschiedenissen van de 17 Nederl. Prov. ‘t sedert den aenvang der inlandsche beroerten ende troubelen tot 1625. Verciert met verscheydene platen ende stichtelijcke Rimen ende Liedekens, gestelt op musyck
Serientitel: Adriaen Valéry: Niederländischer Gedenkklang
Datierung: 1609 (Entwurf), 1626 (Herstellung)
Eigentümer*in: Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Kleve
Typ: Kunstwerk
Gattung: Graphik
Inventar Nr.: SAK 2347
Zugangs-/Erwerbungsdatum: 1982
1626 erschien in Haarlem das Geschichtswerk des Adriaen Valéry, posthum durch seinen Sohn herausgebracht und illustriert mit allegorischen Darstellungen zu wichtigen Ereignissen des niederländischen Befreiungskrieges, die mit Reimen und Bildlegenden versehen waren. Adriaen Valéry, seit 1600 tätig in Veere als Stadtwächter, Steuerbeamter, Notar und Festungsmeister, seit 1617 im Rat der Stadt, machte sich vor allem als Dichter einen Namen. So arbeitete er an der Liedersammlung der Zeeuschen Nachtegael (Middelburg, 1623) mit. In seinen letzten Lebensjahren begann er mit dem Werk über den niederländischen Befreiungskrieg, dessen Besonderheit die Einflechtung von patriotischen Liedern der jungen Republik sind. Mit Ausnahme einiger Volkslieder stammen die Liedtexte von Valéry selbst. Für die Musik griff er auf bekannte Komponisten wie unter anderem John Dowland zurück. Für den begleitenden Bericht schöpfte er aus den Quellen van Meteren, Baudartius, Le Petit und anderen. Das Werk ist heute nur noch in wenigen vollständigen Exemplaren erhalten.
Die hier vorliegende Allegorie auf den Beginn des 12-jährigen Waffenstillstandes im Jahr 1609 geht auf eine Vorlage des Malers Adriaen Pietersz. van Venne (Delft 1589-1662 Den Haag) zurück und wurde von Pieter Serwouters (Antwerpen 1586 – 1657 Amsterdam) nachgestochen. Sie drückt die Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der Waffenstillstandsverhandlungen aus.
Der spanische Unterhändler Pater Jan Neyen (1) und der spanische Feldherr Ambrogio Spinola (2) bieten dem holländischen Löwen (4) einen Ölzweig (3) an. Das Tier hält ein Schwert und sieben Pfeile (5), stellvertretend für die sieben nördlichen Provinzen, in den Pranken. Mit seiner Hinterhand steht er auf zwei weiteren Pfeilen, Brabant und Flandern (7), in denen die Generalstaaten einzelne Städte besetzt hielten. Während dessen lesen der Papst und ein Kardinal (8-9) als Sinnbild für Eroberungen weitere Pfeile auf, die auf der Erde liegen. Im Rücken des Löwen halten sich die Spanier und ein Jesuit (10-11) bereit, dem Tier eine Schlinge um den Hals zu werfen.
- Kat. d. Ausst. „Der Niederrhein. Zeichnungen, Druckgraphik und Bücher aus der Sammlung Robert Angerhausen“, Städtisches Museum Haus Koekkoek (4. April – 30. Mai 1993), bearb. v. Ursula Geißelbrecht-Capecki, hrsg. v. Städtischen Museum Haus Koekkoek, Kleve 1993, S. 116, Abb. S. 116, Nr. C 10d
- Weltreich und Provinz – Die Spanier am Niederrhein 1560-1660, Städtisches Museum Schloss Rheydt, Mönchengladbach, 26.09.2021 - 06.03.2022
- Weltreich und Provinz – Die Spanier am Niederrhein 1560-1660, Städtisches Museum Schloss Rheydt, Mönchengladbach, 26.09.2021 - 06.03.2022
Beschriftung: (Legende in Niederländisch links und unten sowie Versen unten Mitte)