Schenkung von sieben Aquarellen der Berner Malerin Lisa Hoever für die Klever Sammlung

Im Frühsommer 2024 erhielten das Museum Kurhaus Kleve und sein Freundeskreis die Schenkung von sieben delikaten, kleinformatigen Aquarellen der Malerin Lisa Hoever (geboren 1952 in Münster). Die Künstlerin studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und zog, nach Zwischenstationen u.a. in Berlin und Florenz, nach Bern, wo sie seit über fünfunddreißig Jahren lebt und arbeitet.

Lisa Hoever ist eine Malerin abstrakter Werke, deren Inspiration in der Natur zu finden ist, besonders bei Pflanzen. Die Motive, die sie in der Realität sieht, versetzt sie auf das Papier, mal vergrößert, mal verkleinert, mal ausgeschnitten, mal im Ganzen, wodurch sie ihnen eine zeitlose Eleganz und Präsenz verleiht.

Lisa Hoevers Hauptwerkzeug ist die Farbe, die sie auf magische Weise zu komponieren versteht. Sie arbeitet vornehmlich mit Aquarellfarben, die schnell trocknen und keine nachträglichen Änderungen zulassen. Sie formuliert ihre Motive schnell, präzise und kompakt, trotzdem zeichnen sich ihre Arbeiten durch eine hohe Leichtigkeit und Transparenz aus, deren Muster und Ornamente das Auge der Betrachter*innen zu hypnotisieren und nicht loszulassen wissen. Gleichzeitig gleicht keines ihrer Aquarelle dem anderen, jedes besitzt einen eigenen Charakter, eine eigene Persönlichkeit, Stimmung und Atmosphäre.

Einzelnen Kunstwerken unterlegt die Künstlerin Kommentare in der Form von Gedichten, die viel über ihr Selbstverständnis und Denken preisgeben. Als Beispiel sei genannt:

Gesicht bleibt Gesicht
Mauer bleibt Mauer
Dickicht & Gezweig
Wolke über Wolke doch Luft dazwischen
für Rufe & Schauer
Auch Pigmente ausbringen wie der Bauer den Mist damit auf den Planquadraten des Sichtbaren gedeihen möge
die Schönheit dieser ersten und letzten Feldfrucht
des Seins

Die Schenkung von sieben originalen Aquarellen an das Klever Museum fand durch einen schönen Zufall zustande. Lisa Hoever hegt engen Kontakt zum Niederrhein, den sie regelmäßig besucht. Ihre Schwester Ida Hoever lebt und arbeitet am Niederrhein, wo sich die weit verstreute Familie einmal jährlich zu treffen pflegt. Das Museum Kurhaus Kleve ist beiden kunstsinnigen Schwestern bestens bekannt.

Lisa Hoevers Nichte machte die Künstlerin auf einen Eintrag auf der Sammlungswebsite des Museum Kurhaus Kleve vom Sommer 2022 aufmerksam (siehe hier: https://sammlung.mkk.art/projekte/209-schne-kleine-schenkung-aus-privatbesitz-ein-abstraktes-bild-der-malerin-lisa-hoever), bei der der Gründungsdirektor Guido de Werd dem Museum eine Edition von Lisa Hoever geschenkt hatte. Er hatte sie im Museum Franz Gertsch in Burgdorf in der Schweiz erworben, wo 2021-22 eine große Übersichtsausstellung der Arbeiten von Lisa Hoever zu sehen war. Guido de Werd empfand die Arbeit als passende Ergänzung zur vorhandenen Klever Sammlung – mit Arbeiten u.a. von Ulrich Erben, Karl Otto Götz, Günther Förg oder Franz Gertsch.

Als Lisa Hoever auf die Schenkung aufmerksam wurde, war sie darüber derart erfreut, dass sie das Museum Kurhaus Kleve kontaktierte und nicht nur die Schenkung des originalen Aquarells – das als Grundlage für die von Guido de Werd geschenkte Edition diente – tätigte, sondern darüber hinaus weitere sechs kleinformatige Aquarelle schenkte, die in künftigen Sammlungspräsentationen in einer Serie gemeinsam präsentiert werden können. Den besonders schönen und aussagekräftigen kleinformatigen Blättern haftet eine starke Präsenz und unverwechselbare Bildsprache an. Die digitalen Wiedergaben werden den formschönen Unikaten kaum gerecht, die durch eine bestechende Kombination aus Farbkraft und Komposition überzeugen.

Dieser Text wurde von Anastasiia Chaban (weitere Informationen ->hier) und Valentina Vlašić verfasst.