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Maler*in (Ausführung): Ewald Mataré (1887 - 1965)

Künstlertitel: Monte Pertuso (Positano)

Datierung: 1926 (Herstellung)

Museum: Museum Kurhaus Kleve

Typ: Kunstwerk

Gattung: Graphik

Inventar Nr.: 2021-12-04 (012)

Werkverzeichnis Nr.: WV A 1926-4

Tagebucheintrag

Positano di Salerno, 08.01.1926:
„Gottlob komme ich mit dem Aquarell immer weiter und wenn ich nur mal erst wieder ganz festen Boden im Technischen unter den Füßen habe, soll’s an dem anderen nicht fehlen. Welche Umwege sind manchmal notwendig, um einen zur Einsicht zu bringen, dass nur restlose Hingabe an die Natur einem etwas erschließen kann, Sehnsucht in uns befriedigt, die sonst ungestillt bleiben wird. Je enger wir uns an die Natur anschließen, ihr rest- los und in allem vertrauen, desto klarer wird auch unser Erleben. Warum habe ich so mit den Äußerungen des jungen Goethe gerungen, warum machten mich seine klare Ruhe und Sicherheit so ungeduldig, weil ich einfach nicht wahrhaben wollte, dass man ohne Theorien und ohne Vorgefasstes auch leben könne. Damals im ersten und zweiten Jahre in Spiekeroog fühlte ich eine dicke Kruste von meiner Seele fallen, weil alte Begriffe und Vorurteile abgeschüttelt wurden, weil ich in die Einsamkeit ging dieser Erkenntnis wegen und aus einer überraschten und zugleich erschreckten Seele über diese Erkenntnis, und nun fällt nicht bald die zweite Hülle ab? Fühle ich nicht, wie sich eine zweite langsam löst, aber vielleicht ist es doch noch nicht soweit, wäre es wirklich soweit, so würde ich es vielleicht erst nachträglich ganz mit Bewusstsein empfinden. Nein gelöst wird alles erst sein, wenn Malerei und Plastik keinen Unterschied im Ausdruck für mich mehr bedeuten, wenn ich wahllos nur aus Instinkt zum einen oder anderen greife. Nicht der Holzschnitt, nicht das Ölbild, nicht das Aquarell noch die Plastik ist es, worauf es ankommt, sondern auf mein Verhältnis zur Natur, bedarf ich da irgend- eines Materials, werde ich das erste Beste nehmen, was mir zur Hand liegt, und meine Arbeit wird gut werden. […]“

Positano di Salerno, 12.02.1926:
„Ich male weiter Aquarell, wenn ich doch das ganze Malen lassen könnte und nur ruhig meine Plastiken weitermachen! Ich komme ganz bestimmt vorwärts, wenn ich nur von Anfang an kräftig genug empfinde in meiner ganzen Malerei. Doch fühle ich, wie der Aufenthalt hier seinen Einfluss auf mich auszuüben beginnt! Die Reinheit, mit der man gezwungen ist, hier zu sehen und wiederzugeben, ist unersetzlich für mich und wird schon ihre Früchte tragen. Das fühlt man allzu deutlich, soviel ich auch schon aquarelliert habe, im ganzen sind es immer nur ein paar wenige Blätter, die einigermaßen sind, aber dann erkenne ich auch mein schnelles Fortschreiten im Technischen. Alles ist Fleiß und Übung, durch die ein Talent erst ans Licht kommen kann. […]“

Literatur
  • Ewald Mataré - Aquarelle 1920-1956, hrsg. u. eingeleitet von Anna Klapheck. Mit einem Werkverzeichnis von Ulrike Köcke, München 1983
  • Auswahl- / Bestandskatalog „Mein Rasierspiegel – Von Holthuys bis Beuys“, hrsg. v. Guido de Werd im Auftrag des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. aus Anlass der gleichnamigen Abschiedsausstellung des scheidenden Gründungsdirektors Guido de Werd im Museum Kurhaus Kleve (9. September 2012 – 13. Januar 2013), Kleve 2012, S. 347, Abb. S. 334, Nr. 3.92
  • „Ewald Mataré – Werkverzeichnis der Aquarelle und aquarellierten Kunstpostkarten“, neu bearb. v. Valentina Vlašić unter Mithilfe von Sonja Mataré u. Guido de Werd auf Basis des ersten Werkverzeichnisses der Aquarelle von Ulrike Köcke 1983, Kleve 2015, S. 125, Abb. S. 125, Nr. 1926.4
  • Lucrezia Hartmann, „Wo die Zitronen blühn…“ - Magisches Positano, Norderstedt: BoD - Books on Demand 2016, S. 53ff, Abb. S. 111, Nr. 44
Ausstellungen
  • Italiensehnsucht! Auf den Spuren deutscher Künstlerinnen und Künstler 1905 bis 1933, Museum im Kulturspeicher, Marlene Lauter, Würzburg, 14.11.2020 - 21.02.2021
Material/Technik:
Aquarell, Deckfarben und schwarze Feder
Maße:
Blattmaß 165 x 240 mm
Signatur/Beschriftung:
Signatur: Ew. Mataré (bez. u.l.)
Signatur: M 26 (bez. auf dem Untersatzkarton )
Betitelung: Landschaft (Positano), braune Tusche (verso bez. )
Geographischer Bezug:
Positano (Dargestellter Ort)
Kleve (Standort)
Status:
Depot
Creditline:
Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung, Schenkung Guido de Werd 2021 aus dem Nachlass Sonja Mataré (1926-2020)
Copyright:
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Kontakt:
Bei Fragen, Anregungen oder Informationen zu diesem Objekt schreiben Sie bitte eine E-Mail mit diesem Weblink an sammlung [​at​] mkk.art.